Langsam reicht das Holz zum Einheizen im Winter

Nati hat mich mit ’nem Stöckchen beschmissen…

dann greif ich es doch mal auf und spiel damit:

1. Wieviele gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?
Ich hab‘ mich erst seit 2 Tagen mit ClipInc von der Firma Tobit auseinandergesetzt. Das Freeware-Tool kann aus Radiostreams aus dem Internet oder aus aufgenommenen Sendern über die Soundkarte MP3s automatisch extrahieren.
Deshalb sind auf meinem Compi die kompletten Musik-Daten der Sender
Sky.fm mostly classical
Sky.fm classical guitar
der letzten 2 Tage gespeichert. Extrahiert hab‘ ich daraus automatisch ca. 800MB klassische Musik und das völlig legal.

2. Die letzte CD, die du gekauft hast…
Ist schon lange her… es war „Run to you“ von Judy Bailey

3. Welches Lied hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?
Bei uns im Büro dudelt Bayern3 also war es irgendso ein chart-dingens Gedudel. 😉

4. Fünf Lieder, die mir viel bedeuten oder die ich oft höre.
Cat Stevens – Father and Son
Enya – A Day Without Rain
Steve Miller Band – The Joker
Peter Gabriel – Solsbury Hills
Dexys Midnight Runners – Come on Eileen
Patrick’s Snake – Der Klassendepp

5. Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Leuten) und warum?

Dem Raggle Taggle Blog Salon Horscht, weil der schreibt sowieso immer über Musik.
Indivisuell, da kenn ich zuwenig Ihren Musikgeschmack.
Marcel Widmer, weil er Schweizer ist. 🙂

Badehaus

Entspannung ist ja ein wichtiger Prozess, um wieder aktiv etwas machen zu können. Deshalb war ich heute mit einem lieben Freund im Saunahof in Bad Füssing.

Ich hab‘ dabei jedesmal das Lied „Im Badehaus“ von Ougenweide im Ohr:

Reinlichkeit ist mir ein Graus,
doch ich geh‘ ins Badehaus.
Um im Bade zu verweilen,
muß ich nun von dannen eilen.
zupf‘ mit Wollust meinen Bart,
meinen Körper will ich kühlen.
Wonnen ganz besonderer Art,
kann man nur im Wasser fühlen.

In der Therme angelagt,
wird mein Wamst mir abverlangt.
Allerliebste Zuckerdinger
schneiden Nägel mir vom Finger.
Eine andere frisch und fein
stutzt den Bart mir und die Haare
und läßt sie vergessen sein,
all die vielen Hungerjahre.

Ein dicker Mensch mit Fett betalgt,
mir die Hinterbacken walgt.
Man bestreut mich mit Puder,
setzt mich in den Badezuber.
Heißes Wasser gießt man nach
und die Haut zeigt krebsesröte.
Au, schrei ich und weh und ach
man kocht mich wie eine Kröte.

Wird dies alles überstanden,
ist der Körper fast zuschanden.
Doch dann kommt der Teil der Freude
gern ich daran ein Wort vergeude.
Man bringt Schinken, Sülze, Speck,
Wein und Bier und auch Liköre,
Brot und Kuchen und Gebäck,
das nicht etwa mir zu Ehre.

Nein, das muß bezahlet sein,
Schinken, Sülze, Bier und Wein.
Auch der dir fast brach die Knochen
und dich tat wie Schinken kochen,
alle die mußt du bezahlen,
sogar der Mägde Freundlichkeit.
Teuer sind die Badequalen,
Schrecklich ist die Reinlichkeit.

Von Ougenweide gibt es übrigens eine neue CD. Eine Zusammenstellung alter Songs und bisher unveröffentlichtem Archivmaterial.

nicht entscheiden – doch entscheiden – entschieden leben

vor kurzem war ich mit meiner Frau auf einem Vortrag von Anton Aschenbrenner.

Als ehemaliger Priester, der suspendiert und exkommuniziert wurde weil er zu Frau und Kind stand ist er quasi Experte um zum Thema „Mut fassen und Entscheidungen treffen – Wage Deinen eigenen Weg“ zu sprechen.

Herr Aschenbrenner beleuchtete das Thema in seiner frischen, mitreißenden Art indem er sich der Hegelschen Dialektik bediente und in 3 Stationen seine These, Antithese und Synthese vorstellte.

Durch den Vortrag zog sich folgendes Zitat von Viktor Frankl, dem Begründer der Logotherapie:

Es gibt etwas, das niemand mir nehmen kann und das ist meine Freiheit zu entscheiden, wie ich auf das, was andere mir antun reagieren werde.

Die These lautete: Was bedeutet es sich nicht zu entscheiden? Welche Vorteile und Nachteile bietet es sich nicht zu entscheiden? Auf einem Tisch lagen mehrere Gegenstände u.a. seine Abiturschultasche, sein Talar (meine Frau sagte dazu Priesterkittel :-)) und ein Kalender mit denen Herr Aschenbrenner im Rückblick auf sein eigenes Leben Situationen aufzeigte, was es für ihn bedeutete sich nicht zu entscheiden, z.B. als er als Kaplan in Zwiesel tätig war und dort mit dem Pfarrer nicht wirklich klar kam. Er entschied sich nicht wegzugehen, weil er Angst hatte, was so eine Entscheidung mit sich bringen würde. Die Entscheidung wurde ihm abgenommen als der Bischof ihn in eine Pfarrei als Pfarrer versetzte. Für den ehemaligen Kaplan hatte es u.a. den Vorteil, dass er die Schuld für seinen Weggang dem Generalvikar in die Schuhe schieben konnte und somit vor seinen Schäfchen gut da stand. These lautet also: Sich nicht entscheiden bringt durchaus persönliche Vorteile, allerdings zeugt sie von einer nicht gerade reifen Persönlichkeit.

In der Antithese erläuterte Herr Aschenbrenner, mithilfe eines Schwertes und seinen Bergschuhen, was es bedeutet bewusst eine Entscheidung zu treffen. Die Kernentscheidung seines Lebens war natürlich zu seiner Frau und Tochter zu stehen. Als er Erfuhr, dass er Vater werden würde war für ihm klar, dass eine Entscheidung getan werden müsse. Entscheiden bedeutet dann für ihn die Menschen mit ins Boot zu holen, ihnen zuzuhören (der Wortstamm von Gehorsam), die direkt von dieser Entscheidung betroffen sind. Zudem ist es wichtig schriftlich alle Möglichkeiten auszuloten, d.h. alles, was einem im Kopf rumschwirrt aufzuschreiben und dadurch Klarheit zu erlangen, da es bewertbar wird. Sollte dann noch keine Klarheit in der Entscheidung herrschen, dann sollte man eine neutrale Person zu rate ziehen:

Im Spiegel eines dritten, sehe ich viel, viel deutlicher,was für mich im Leben Gewicht hat und was kein Gewicht hat.

Die Antithese lautet: Entscheidung ist ein wichtiger Prozess der Persönlichkeitsentfaltung, der Zeit und Energie benötigt. (Sich nicht entscheiden kostet allerdings auch viel Zeit und Energie, bringt einen aber persönlich nicht weiter.)

In der Synthese stellte der Trainer und Coach dar, dass die Lösung nur lauten kann entschieden zu Leben, d.h. jede Minute auf sein Inneres zu hören, die eigenen Bedürfnisse erkennen und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Diesmal dienten ihm als Hilfsmittel u.a. ein Bogen, der nur unter voller Konzentration den Pfeil zum richtigen Ziel schickt, der aber, wenn er nicht entspannt wird seine Funktion nicht mehr erfüllen kann. Entschieden zu leben bedeutet sich zu konzentrieren auf das Wesentliche und nicht gehetzt durchs Leben rennen.

Natürlich fehlen hier in dieser Rezension viele Aspekte, Vergleiche und Geschichten die Herr Aschenbrenner in seiner spannenden und lebendigen Art und Weise vortrug. Wer noch mehr darüber erfahren möchte, dem empfehle ich das gerade im Eigenverlag erschienene Buch „Neugierig“ von Anton Aschenbrenner.

ich spiel ja auch etwas Gitarre, aber sowas ist echt bewundernswert.
Den guten alten Canon in D von Pachelbel auf der E-Gitarre arangiert und virtuos gespielt.
Danke für die Inspiration. 😉

Ehrensenf

Ich bin ja einer der wenigen Menschen, die sich ganz bewußt keinen Fernseher mehr hinstellen.
Das hat mehrere Gründe:

  • Es gibt Besseres, um seine Zeit vor der Glotze zu verbringen
  • Das meiste was kommt ist ausgesprochener Schrott
  • Die GEZ will auch nur Geld (ab 2007 auch für PCs, dann hat sich das Argument erledigt)
  • Ich sprech mehr mit meiner Frau 😉

Trotzdem mag ich nicht auf audio-visuelle Unterhaltung ganz verzichten und hab‘ das Netz nach schönen Angeboten durchstreift.
Am besten gefallen hat mir eindeutig: Ehrensenf zeigt einmal täglich Neuigkeiten aus der Web-Welt. Die Moderatorin Katrin bringt das ganze auch noch witzig und in netter Weise rüber. Zudem hat sie ein für Männer nicht gerade ääähhh unangenehmes Äußeres 😉

Spielt mal ein bisschen mit den Buchstaben von „Ehrensenf“. Für was steht das Anagramm?

1996 wurde in der belgischen Kleinstadt Aarschot der Mädchenchor Scala gegründet, um klassische Musik zu singen.
Die Brüder Steven und Stijn Kolacny leiten den Chor, der eine am Klavier, der andere am Taktstock.
Bei den Liebhabern choraler Genüsse aus der ganzen Welt ist der Chor mit seinen Konzertmitschnitten schon seit dieser Zeit ein Begriff.
Sie sangen als Aufwärmübung bei ihren Konzertproben meist einen Popsong als Lockerungsübung. Vermutlich hätte sich daran nichts geändert, wenn nicht ein Musikmanager der belgischen Plattenfirma P.I.A.S zufällig mal im Saal gestanden hätte und den Chor überzeugte es mal mit Pop bei Aufführungen zu versuchen. Mädchen im Alter zwischen 14 und 24 sind da sicherlich nicht schwer davon zu überzeugen. 🙂
Seitdem im Jahr 2002 ihr Album „On the Rocks“ herauskam, bei dem Songs von Nirvana, Radiohead und vielen anderen Rockgrößen drauf sind, feiern sie in der ganzen Welt Erfolge und ihre Alben verkaufen sich recht gut. 2004 holte sie der Radiosender Fritz zum erstenmal zu einem seiner Radiokonzerte nach Deutschland und seither werden sie auch hier immer bekannter und beliebter.
Mit gefallen die Interpretationen sehr, da die Klavierbegleitung und die Power der Mädels die Musik auf das Wesentliche reduzieren.
Linkliste:
Deutsche Webseite: www.scalachor.de
Originalwebseite: www.kolacny.com
Onlineshop: www.scalashop.de